Seit 20 Jahren setzt sich WIR GESTALTEN e.V. für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und Begegnung ein. In dieser Zeit ist viel gewachsen: Neue Formate stärken Ehrenamtliche in ihren Patenschaften, die Zielgruppen haben sich erweitert und die Vielfalt der Engagierten ist deutlich größer geworden.
Neben bewährten Angeboten für Kinder und Jugendliche entstehen kontinuierlich neue Projekte. Aktuell kommen beispielsweise Frauen mit Behinderung zu Wort und teilen ihre Perspektiven auf ihre Lieblingsorte und ihr Lebensumfeld. Damit werden Stimmen sichtbar gemacht, die im öffentlichen Diskurs oft zu wenig gehört werden.
Auch geografisch hat sich das Engagement ausgeweitet. Ausgehend von den Wurzeln in Berlin-Wedding ist ein internationales Netzwerk entstanden. Neben den langjährigen Partnerschaften mit Uzimatele in Nairobi (Kenia) und tschweni eso in Akhalsopeli (Georgien) unterstützt der Verein heute auch ein Patenschaftsprojekt im Libanon sowie ein interreligiöses Friedensprojekt in Tiflis (Georgien).
Der Festgottesdienst zum Jubiläum bot Gelegenheit, auf zwei Jahrzehnte engagierter Vereinsarbeit zurückzublicken. Die Veranstaltung war geprägt von großer Dankbarkeit gegenüber allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die die Entwicklung des Vereins möglich gemacht haben. Gleichzeitig richtete sich der Blick mutig nach vorn: Die Herausforderungen für ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt bleiben groß – und die Arbeit des Vereins wird weiterhin gebraucht.
Den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet das Sommerfest am 8. Juli ab 15:00 Uhr in der Müllerstraße 14a. Mit einem vielfältigen Programm für schafft es Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Feiern.
Pastor Peter Jörgensen mit einem Rückblick auf die Vereinsgründung und Ausblick auf zunehmende gesellschaftliche Relevanz
„Was mir im Gedächtnis geblieben ist: die intensive Situation von Kindern und Jugendlichen, um die sich die Eltern wenig kümmern konnten und die deshalb mit vielfältigen Problemlagen zu uns kamen und ihr Zuhause bei uns gefunden hatten. Begonnen hat es mit den Stadtschleichern, ein Streetwork-Projekt der Sozialarbeiterin Sarah Faix, die aufsuchende Mädchenarbeit etabliert und Breakdance-Battles sowie andere Angebote ins Leben gerufen hatte. Diese Projekte und vor allem die partizipierenden Kinder und Jugendlichen gestalteten unser Gemeindeleben mit – und das, ohne expliziter Teil der Gemeinde zu sein. Den Verein WIR GESTALTEN haben wir letztlich auch deshalb gegründet, weil wir diese Arbeit als Teil unseres Gemeindeprofils verstanden haben und für die Zivilgesellschaft anschlussfähig und kontinuierlich da sein wollten. Auch hat es eine andere Rechtsform gebraucht, um Fördermittel u.a. vom Quartiersmanagement bekommen zu können.
Für die Zukunft glaube ich, dass Vereine wie WIR GESTALTEN zunehmend wichtiger werden, weil sich der Staat immer stärker aus seiner Verantwortung zurückzieht, bestimmte Strukturen vorzuhalten, um Menschen zu begleiten. Für mich besteht die Zukunftsvision für den Verein darin, dass wir noch stärker in die politische Arbeit gehen. Nicht nur konkret helfen, wo Menschen schon unter die Räder gekommen sind, sondern da aktiv werden, wo man Dinge politisch beeinflussen kann.“