Editorial September 2026

Monatsspruch September 2026

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.
Kohelet (Prediger) 4,6

Liebe Lesende, liebe Freund*innen, liebe Geschwister im Glauben!

Manchmal ist weniger mehr. Und oft merken wir, wie gut uns Gelassenheit tut. Eventuell konntet Ihr das in den zurückliegenden Wochen spüren, im Sommer und im Urlaub. Das wäre schön. Denn wir haben sie nötig. Die Ruhe, von der die biblische Weisheit immer wieder spricht. Ruhe ist ein zentraler Begriff in der Bibel. Das Ausruhen Gottes nach dem Schöpfungswerk. Der Sabbat. Woche für Woche darauf zu achten, zur Ruhe zu kommen. Die Mühseligen und Beladenen werden von Jesus eingeladen, zu ihm zu kommen, um Ruhe zu finden. Ruhe zu finden für die Seele, das können wir bei Jesus lernen, Demut und Sanftmut spielen dabei eine wichtige Rolle.

In diese Richtung schaut die Weisheit, von der im Buch Kohelet zu lesen ist: sanftmütig und demütig sich die Hände füllen zu lassen. Im Wissen, dass das Wesentliche unverfügbar ist. Es ist ein Geschenk. Unsere Arbeit gibt unserem Leben Sinn und auch Erfüllung. Die Fülle aber liegt bei Gott. Sich zu begrenzen, es genug sein zu lassen, wenn eine Hand gefüllt ist, zeigt auch an, nicht im Haben, sondern im Sein zur Ruhe zu kommen.

Vierstimmig im Kanon singen wir: „Ausgang und Eingang, Anfang und Ende liegen bei dir, Herr, füll´ du uns die Hände!“ 

Peter Jörgensen