Das Leitbild des BEFG

Das Leitbild des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ...

... und was das mit der
Baptistenkirche Wedding
zu tun hat

1. Geistliches Leben

Was wir wollen:
Wir sehen Gebet, Bibelstudium und Gottesdienst als Quelle und grundlegende Ausdrucksformen unseres geistlichen Lebens, das wir in großer Vielfalt gestalten wollen.
Hintergrund:
Gebet, Bibelstudium und Gottesdienst sind zentrale Lebensäußerungen unseres Glaubens. Die Vielfalt der Ausdrucksformen unserer Frömmigkeit ist dabei eine Chance, die aber auch zu Konflikten führen kann.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Die persönliche Frömmigkeit jedes und jeder Einzelnen ist uns wichtig.
  • Gebet findet in vielerlei Formen statt: persönlich und öffentlich.
  • Die Bibel spielt im Gottesdienst eine zentrale Rolle. Dabei geschieht die Auslegung biblischer Texte in großer Vielfalt: durch Theologen und Laien, Frauen und Männer, ältere und jüngere Menschen.
  • Hauskreise und Themenabende bieten weitere Zugänge zur Bibel.
  • Unsere Gottesdienste gestalten wir in großer musikalischer und liturgischer Vielfalt.
  • Die Mitte in alldem ist für uns Jesus Christus: Die Vielfalt in der Gemeinde muss sich an ihm messen lassen und orientieren.

2. Gemeindeleben

Was wir wollen:
Wir gestalten das Gemeindeleben so, dass Menschen aller Altersgruppen Gott begegnen, in verbindlicher Gemeinschaft leben und sich in ihrer Persönlichkeit entwickeln.
Hintergrund:
Wir sind dankbar, dass Menschen in unseren Gemeinden Gott begegnen. Obwohl Gott souverän ist, nutzt er unsere Gestaltungsmöglichkeiten, um Menschen zu erreichen.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Wir heißen Menschen aller Altersgruppen willkommen, unabhängig von ihrer Herkunft und Prägung, von Familiensituation und Bildung, sozialem Status und sexueller Orientierung.
  • Was wir dazu beitragen können, dass Menschen in unserer Gemeinde Gott begegnen, versuchen wir zu tun, z.B. durch das Angebot von Seelsorge und Beratung, Möglichkeiten zur Begegnung mit anderen Menschen (Begegnungsteil im Gottesdienst, Eat & Meet, Gemeindefreizeit, Hauskreise) und die Einladung zu vielgestaltiger Mitarbeit.

3. Verkündigung

Was wir wollen:
Wir verkündigen das Evangelium von Jesus Christus zeitgemäß und tragen durch unser Leben dazu bei, dass Menschen mit Gott versöhnt und mündige Christen werden.
Hintergrund:
Gott erreichte die Menschen der Bibel in ihrer Zeit, in ihrer Lebenswelt und in ihrer Sprache. Deshalb wollen wir als Christen das Evangelium auch in unserer Zeit unverkrampft, konkret und verständlich weitergeben.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Verkündigung und gelebtes Evangelium gehören zusammen! Sie sind zwei Aspekte der Versöhnung mit Gott.
  • Die Aufforderung "Lasst euch versöhnen mit Gott!" wollen wir authentisch, zeitgemäß, verständlich, alltagstauglich, unbeschwert, ungezwungen und zwanglos "übersetzen".

4. Diakonie

Was wir wollen:
Wir bezeugen Gottes Liebe in Jesus Christus, indem wir uns für Menschen einsetzen, die Hilfe brauchen, unabhängig von ihrem Glauben und ihrer Herkunft.
Hintergrund:
Die tätige Nächstenliebe hat von Anfang an das Leben Einzelner und Gemeinden geprägt. Sie veranschaulicht das Evangelium von der Liebe Gottes zur Welt. Mit den Herausforderungen durch die Not der Menschen ändern sich auch immer wieder die diakonischen Aufgabenfelder.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Diakonisches Engagement gehört für uns zur Identität unserer Gemeinde dazu.
  • Wir wollen Gemeinde für unseren Stadtteil sein.
  • Die Not, der wir hier begegnen hat viele Gesichter: Armut, Migration, Bildung. Unsere diakonischen Angebote und Projekte (z.B. Winterspielplatz, Kiezpatenschaften) sind der Versuch einer Antwort darauf.
  • Darüber hinaus ist uns der "Blick über den Tellerrand" wichtig. Darum unterstützen wir auch internationale Projekte (z.B. Uzimatele, ein Kinderheim in Nairobi/Kenia).
  • Außerdem bieten wir mit unseren Räumlichkeiten Menschen aus dem Kiez ein "offenes Haus" (Breakdance, Kindertheater, Klettergruppen).

5. Weltverantwortung

Was wir wollen:
Wir gestalten unsere Welt verantwortlich mit, denn Gott liebt seine Schöpfung und will Gerechtigkeit und Frieden.
Hintergrund:
Zur weltweiten Tradition unserer Gemeinden gehört schon immer der Einsatz für Menschenrechte und (Religions-) Freiheit. Wir wollen dieses Erbe neu entdecken und weiter entwickeln, auch da, wo politisches Handeln erforderlich ist. Wir wollen mit unseren christlichen Wertvorstellungen gesellschaftspolitische Entwicklungen mitgestalten - vor Ort, in unserem Land und weltweit.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Wir engagieren uns im interkulturellen und interreligiösen Dialog. Darum arbeiten wir mit WIR SIND DA, der Bürgerplattform Wedding/Moabit, mit dem Kiezplenum, dem Bezirksamt und dem Quartiersmanagement zusammen.
  • Die Unterstützung des fairen Handels (durch unsere Faire Theke), interkulturelle Begegnung im Kiezcafé und die Unterstützung verschiedenster externer Projekte und Initiativen sind uns wichtig (z.B. Projekte der Europäisch-Baptistischen Mission, des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und des Gemeindejugendwerks).

6. Kommunikation

Was wir wollen:
Wir pflegen eine offene und verständliche Kommunikation auf allen Ebenen, um Transparenz, Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu fördern.
Hintergrund:
Wir glauben, dass jeder Christ Zugang zu Gott hat und Gottes Geist in ihm lebt. Deshalb werden bei uns Entscheidungen von großer Bedeutung in der Gemeindeversammlung aller Mitglieder bzw. im Bundesrat aller Gemeinden getroffen. Weil alle mitentscheiden, müssen auch alle ausreichend und offen informiert sein.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Transparenz und Partizipation sind uns wichtig. Darum pflegen wir eine kontinuierliche und vielfältige Kommunikation
  • Unsere Gemeindeversammlungen, die mehrmals im Jahr stattfinden, sind offen für Gäste und Freunde der Gemeinde.
  • Der Kommunikation untereinander und nach außen dienen – neben den persönlichen Kontakten – der monatlich erscheinende Newsletter, das Infoboard im Gottesdienstraum, die Homepage (www.baptisten-wedding.de) und regelmäßige Informationen zu den Anliegen und Aktivitäten der Gemeinde im Gottesdienst.

7. Bildung

Was wir wollen:
Wir fördern Menschen durch ein breit gefächertes Bildungsangebot und qualifizieren sie für ihre Aufgaben in Gemeinde und Gesellschaft.
Hintergrund:
Gott beruft und begabt Menschen zur Mitarbeit. Die Anforderungen an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern sich ständig. Um dem gerecht zu werden, ist Aus- und Fortbildung in vielen Bereichen und auf allen Verantwortungsebenen nötig.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Wir verstehen unsere Gemeindearbeit auch als eine Form der "informellen Bildung".
  • Wir bieten Menschen, die bei uns mitarbeiten, Begleitung, Hilfestellung, Aus- und Weiterbildung an. Dafür nutzen wir insbesondere die Angebote des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (z.B. im Bildungszentrum Elstal).
  • Wir wissen: Mitarbeit in der Gemeinde macht fit für die Gesellschaft. Darum bieten wir in unserer Gemeinde insbesondere jungen Menschen einen Entfaltungsraum, in dem sie sich und ihre Gaben ausprobieren können.

8. Leitung

Was wir wollen:
Wir verstehen unter Leitung, Einzelne und Gemeinden so zu führen und zu fördern, dass Begabungen entfaltet, Veränderungen bewältigt und Ziele erreicht werden können.
Hintergrund:
Leitung ist eine Gabe für die Gemeinde, sie hat dienende Funktion und ist nicht Selbstzweck. Sie soll den Raum schaffen, dass der Leib Christi aufgebaut wird und Einzelne für den Dienst in Gemeinde und Welt zugerüstet werden.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Wir pflegen einen zurückhaltenden Leitungsstil mit flachen Hierarchien und möglichst großer Beteiligung möglichst vieler ("Begleitung statt Leitung").
  • Damit wollen wir "mündiges Christsein" fördern.
  • Menschen sollen in unserer Gemeinde vorbereitet, befähigt und ermuntert werden, sich in Gemeinde und Welt zu engagieren.

9. Bund

Was wir wollen:
Wir bilden als selbständige Ortsgemeinden einen Bund, um füreinander einzustehen, gemeinsame Aufgaben wahrzunehmen und unsere Einheit in Lehre und Leben zu entfalten.
Hintergrund:
Unser Bund besteht aus selbständigen Gemeinden, die aber nicht voneinander unabhängig sein wollen. Wir erleben den Bund als Gemeinschaft von Gemeinden, Vereinigungen und Werken, durch die Gott uns beschenkt und durch die wir gemeinsam ihm und den Menschen dienen können.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir in der Vergangenheit durch den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden erfahren haben und noch erfahren. Die Solidarität unserer Bundesgemeinschaft haben wir positiv erlebt – als einen Austausch, von dem alle Seiten profitieren. Darum unterstützen wir den Bund durch Bundesbeiträge und Kollekten sowie durch unsere Beteiligung an den jährlich stattfindenden Bundeskonferenzen.
  • Außerdem engagieren wir uns – im Rahmen unserer Möglichkeiten – für den internationalen Baptismus im Rahmen der European Baptist Federation und von Baptist World Alliance (z.B. durch eine intensive Mitarbeit bei der Baptistischen Weltjugendkonferenz 2008 in Leipzig).

10. Andere Kirchen

Was wir wollen:
Wir suchen als Teil der ganzen Christenheit die Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchen und den Dialog mit dem Judentum.
Hintergrund:
Wir gestalten das Miteinander mit anderen Christen und Kirchen auf unterschiedlichen Ebenen als Austausch im Geben und Nehmen. Dabei verstehen wir uns als Teil des universalen Leibes Jesu Christi. Als Christen sind wir mit dem Judentum in besonderer Weise verbunden und als Deutsche besonders verpflichtet.

Für uns im Wedding bedeutet das:

  • Wir pflegen den ökumenischen Dialog durch eine enge Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen in unserem Kiez (Bibelgesprächswochen, Ökumenischer Pfingstgottesdienst etc.).
  • Wir pflegen den interreligiösen Dialog (vor allem mit dem Islam) im Rahmen unserer diakonischen Projekte und unserer Mitarbeit in der Bürgerplattform Wedding/Moabit.


Wir glauben: Gott führt in die Freiheit. Das können wir nicht "machen",
aber wir wünschen uns, dass es passiert!